Vertrag - Vergütung - Urlaub - Probezeit

Ausbildungsvertrag

Ein Ausbildungsvertrag wird zwischen Ausbilder und Auszubildendem immer schriftlich abgeschlossen und regelt Dinge wie Vergütung, Urlaub, Rechte und Pflichten, Beginn und Ende des Vertrages. Ein online ausfüllbarer Mustervertrag steht unter Downloads bereit.

Sollte der Auszubildende minderjährig sein, sind die Unterschriften der gesetzlichen Vertreter (im Regelfall beide Elternteile) erforderlich.

Der unterschriebene Ausbildungsvertrag ist in 3-facher Ausfertigung nebst Anlagen an die BZK zu schicken, um ins Ausbildungsverzeichnis eingetragen zu werden. Erst dann ist der Ausbildungsvertrag gültig und verbindlich. Bitte beachten Sie unsere Ausfüllhinweise, da bei fehlerhafter oder unvollständiger Einreichung keine Eintragung erfolgen kann.

 

Ausbildungsvergütung

Das Berufsbildungsgesetzes schreibt berufsunabhängig eine (monatliche) Mindestvergütung vor.
Eine tarifvertragliche Regelung für ZFA-Auszubildende gibt es in Rheinland-Pfalz nicht.

Die BZK Koblenz empfiehlt als angemessene Vergütung
im 1. Ausbildungsjahr - 700,00 €,
im 2. Ausbildungsjahr - 730,00 €,
im 3. Ausbildungsjahr - 790,00 €.

 

Urlaub

Für Auszubildende, die am Jahresbeginn bereits volljährig waren, richtet sich der Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz. Der jährliche Mindestanspruch beträgt hier 24 Werktage, wobei der Gesetzgeber von einer 6-Tage-Woche ausgeht. Bei der in den meisten Praxen üblichen 5-Tage-Woche kann die Umrechnung in Arbeitstage hilfreich sein. 24 Werktage entsprechen dann 20 Arbeitstagen (24 : 6 x 5 = 20). Der Mindesturlaub beträgt unverändert 4 Wochen.

Falls der Auszubildende am 1. Januar des Jahres noch keine 18 Jahre alt ist, richtet sich sein Urlaubsanspruch nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Hiernach beträgt der jährliche Mindesturlaub

    30 Werktage, wenn der Jugendliche am 1. Januar 15 Jahre alt ist.
    27 Werktage, wenn der Jugendliche am 1. Januar 16 Jahre alt ist.
    25 Werktage, wenn der Jugendliche am 1. Januar 17 Jahre alt ist.

Bei unterjährigem Vertragsbeginn und -ende steht dem Auszubildenden unabhängig vom Alter 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat zu. Bei einem Beginn beispielsweise am 01.08. wären das 5/12 (August - Dezember) des vollen Jahresurlaubs.



Probezeit

Für den Beginn des Ausbildungsverhältnisses wird eine Probezeit vereinbart, die gemäß Berufsbildungsgesetz maximal vier Monate betragen darf. Eine Verlängerung der Probezeit ist grundsätzlich nicht möglich.

Die Probezeit dient dem gegenseitigen Kennenlernen und Erproben. Der Auszubildende kann die Berufsanforderungen mit seinen Vorstellungen abgleichen, die Praxis schätzt ein, wie Person, Verhalten und Fähigkeiten des Auszubildenden "passen". Während der Probezeit können beide Seiten jederzeit und fristlos das Ausbildungsverhältnis kündigen. Bei minderjährigen Auszubildenden ist zu beachten, dass die Kündigung gegenüber dem, bzw. vom gesetzlichen Vertreter auszusprechen ist.

Wichtig: Nach Ablauf der Probezeit hat der Ausbildende keine Möglichkeit mehr, eine ordentliche Kündigung auszusprechen! Der Auszubildende hingegen kann mit einer Frist von vier Wochen kündigen, wenn er z.B. eine andere Ausbildung beginnen will.

Das Ausildungsverhältnis steht unter besonderem Schutz. Dennoch kann es bei Vorliegen eines wichtigen Grundes von beiden Seiten gekündigt werden. Bitte beachten Sie hierzu die gesetzlichen Vorgaben.

Falls die Ausbildung nach der Probezeit beendet oder in einer anderen Praxis fortgeführt werden soll, empfehlen wir eine gütliche Einigung und einen Aufhebungsvertrag im beidseitigen Einvernehmen.